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Aktuelles




Einladende Glaubenstreffen auch in den entkirchlichten Städten Pforzheim und Mannheim
Frohe Gemeinschaft und wegweisende Impulse bei den badische Christustagen 2017

PFORZHEIM. Positive Resonanz fand der erstmalig in Pforzheim-Eutingen (Kirche) stattfindende Christustag am Feiertag Fronleichnam, 15. Juni 2017. Die frohe Gemeinschaft mit Lobpreis und wegweisender Information erfreute alle Besucher. Viel Lob gab es für die erfrischende Predigt von Pastor Dietmar Kamlah (Stuttgart) zum Thema „Jesus neu sehen“. In den Workshops wurde lebhaft diskutiert – unter anderem über die Gottesbilder unserer Zeit, die im Kontrast zur Bibel stehen (Pfr. Paul-Ludwig Böcking, Pforzheim, im Bild links), über den Lobpreis und Anbetung in der Gemeinde (Pastor Frank Claus, Ihringen am Kaiserstuhl, Zweiter von rechts), über die Jesus-Verkündigung gegenüber Muslimen (FHSZ-Pfarrer Udo Zansinger, Zweiter von links) und natürlich auch über die Frage, wie Christen ihre Nachbarn mit dem Evangelium von Jesus bekanntmachen können (Kamlah, rechts). FHSZ-Studierende stellten das „Friedrich-Hauß-Studienzentrum“ der ChristusBewegung Baden (CBB) vor. Die CBB hatte zu diesem Christustag eingeladen. Das von ihr zu den badischen Christustagen verfasste „Wort zur Orientierung“ brachte Pfarrer Böcking zu Gehör, dem auch die Moderation oblag. Er wurde logistisch von einem Team (meist junger) Ehrenamtlicher unterstützt.

„Fixpunkt“ beim Lesen der Bibel müsse immer Jesus Christus sein, hob Pastor Dietmar Kamlah in seiner Predigt über einen Text aus dem ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums (1, 35-51) hervor. Ohne den Blick auf Jesus könne ein Bibelleser vieles – gerade auch im Alten Testament – nicht richtig verstehen. Der Theologe rief dazu die Christen auf, Jesus neu zu sehen und sich von ihm rufen zu lassen, anderen das Evangelium zu bringen und sie zu Christus zu führen (wie es in dieser Jesus-Geschichte in Johannes 1 geschildert wird). Christus sehe uns Menschen bis hinein ins Herz, so Kamlah. Er wisse genau, was uns umtreibe und bewege. lade ein in seine heilsame Gemeinschaft. Der Pastor sieht das Haus Gottes überall dort, „wo zwei oder drei sich im Namen Jesu versammeln“. An solchen Orten stehe der Himmel offen, und Menschen bekämen einen neuen Blick für sich selbst und ihre Mitmenschen. Kamlah nannte Jesus den „Türöffner zum Himmel“ und rief dazu auf, anderen weiterzusagen, was Menschen „heil und gesund“ mache. Seine wegweisende Predigt beeindruckte tief. In einem Workshop zeigte der Theologe in mehreren Schritten hilfreich auf, wie man Nachbarn mit dem Evangelium von Jesus bekanntmachen kann. Erfreulich: Auch suchenden Katholiken waren zum Christustag Eutingen gekommen. Eine katholische Frau war sehr angesprochen von der Botschaft und den Liedern, vom frohen Miteinander.



Insgesamt 9.000 evangelische Christen haben an Fronleichnam in Baden-Württemberg an den Christustagen 2017 teilgenommen. Unter dem Motto „Jesus sehen“ feierten sie an 15 Orten regionale Christustage, die von Bibelarbeiten und der Sorge um den Kurs der Amtskirchen geprägt waren. Veranstalter der Glaubenstreffen waren die badische und württembergische ChristusBewegung. Wir Badener brachten bei unseren Treffen in Langensteinbach bei Karlsruhe, Mannheim und Pforzheim-Eutingen ein „Wort zur Orientierung“ zu Gehör. Darin rufen wir die Leitung der badischen Landeskirche auf, nicht an der Gewissensbindung der Pfarrer zu rütteln, die keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften trauen wollen. Die Landessynode hatte diese Möglichkeit 2016 beschlossen. Nach Ansicht der ChristusBewegung hat sie sich damit „gegen die Heilige Schrift gestellt“. Auf Dauer soll es eine „Freiheit“ zur Ablehnung einer Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aus Gewissensgründen wohl nicht geben – „das ist zumindest der erklärte Wunsch der vordersten Kämpfer für die Homotrauung“ in der Synode, heißt es in dem von der CBB verfassten „Wort zur Lage“. „Dass man mit einem solchen Schritt die Gemeindearbeit von bibeltreuen Christen in der Landeskirche weiter erschweren würde, wird wohl als ein verkraftbarer ‚Kollateralschaden’ verbucht“, erklärte in Mannheim der CBB-Vorsitzende, Pfarrer Lothar Mößner (Foto oben). Da nach dem Synodalbeschluss selbst von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) „keinerlei Signale oder Gesten an uns ergingen, legt sich uns der Schluss nahe, dass wir als bibeltreue Christen nicht einmal mehr als Gesprächspartner von Interesse sind“. Die ChristusBewegung Baden rief alle an der Bibel orientierten Christen dazu auf, gemeinde- und institutionsübergreifend zusammenzuarbeiten – „egal ob in der Landeskirche, in Gemeinschaftskreisen, in freien oder katholischen Gemeinden“. (Martin Kugele - 17. Juni 2017)

Unser Wort zur kirchlichen Lage bei den badischen Christustagen 2017
Predigt von CBB-Vorsitzender Lothar Mößner beim Christustag Mannheim

Unser aktueller CBB-Rundbrief vom Juni 2017:
http://www.cbb-baden.de/pdf/CBB.RB-Juni2017.pdf

Missionarische CVJMer in Pforzheim-Eutingen mieteten ein Ev. Gemeindezentrum
PFORZHEIM. Der CVJM Pforzheim-Eutingen hat Ende Juni das Gemeindezentrum im Stadtteil Mäuerach gepachtet, das die Kirchengemeinde Pforzheim nicht mehr nutzt. Eine große Herausforderung in der noch jungen Geschichte dieses CVJM, der nach reiflicher Prüfung und Zusage von regelmäßigen Spendern jetzt das Zentrum für den geistlichen und missionarischen Gemeindeaufbau in der Region und der Stadt nutzt, in der immer weniger Menschen einer Kirche angehören. Mit einem Festgottesdienst, in dem alle Generationen vertreten waren und mitwirkten, wurde am 25. Juni das neue CVJM-Zentrum in Dienst genommen. Der missionarisch aktive CBB-Pfarrer Paul-Ludwig Böcking, noch frisch im Ruhestand und auch im CVJM Eutigen als Vorstandsmitglied aktiv, erklärte in seiner Festpredigt das Motto „Komm rein!“: Erstens: Wohin? Zur großen Freude und zur persönlich erfahrbaren Gemeinschaft mit Gott. Zweitens: Wer? Alle die sich als „draußen“ erleben, aber gerne rein wollen. Drittens: Wie? Nur mit unseren durch Jesus zurechtgebrachten Unzulänglichkeiten. Konkretionen lieferten locker-fröhliche Beiträge der CVJM-Mädchenjungschar mit ihrem Videoclip-Song und Interview-Kommentare der Teens des CVJM-Teentreffs. Verantwortungsträger aus Kirche, Politik und dem CVJM überbrachten Segenswünsche und Geschenke. Auch viele Einzelpersonen gratulierten dem CVJM und dankten mit einem größeren Geldbetrag. - Anmerkung: Das Engagement dieser missionarischen CVJMer wird sicherlich andernorts Nachahmer finden. Ihr Handeln zeigt beispielhaft, wie heute treue Christen auf den von der Basis abgehobenen und unbiblischen Kurs von Kirchenleitungen reagieren, als mündige Gemeinde ihr Anliegen selbst in die Hand nehmen. (MK - 28. Juli 2017)


Pietisten brauchen mehr Platz für die wachsende Zahl der Gottesdienstbesucher
AB-Gemeinschaft im südbadischen Lahr kaufte die dortige Friedenskirche
LAHR. Während in ganz Baden die Zahl der landeskirchlichen Gottesdienstbesucher erschreckend schrumpft, nehmen die Besucherzahlen in den pietistischen Gemeinschaften und den freien Gemeinden enorm zu. Die pietistische AB-Gemeinschaft in der südbadischen Stadt Lahr hat im Juli 2017 jetzt sogar die dorige evangelische Friedenskirche gekauft, die aufgegeben wurde. Der AB-Verband investiert für die Kirchensanierung und das dazugehörende Pfarrhaus sowie einen geplanten Anbau eine hohe Summe, teilte der Gemeinschaftsverband mit. Sein Kürzel AB steht für Augsburger Bekenntnis der Reformation. Die AB-Gemeinde Lahr zählt rund 60 Mitglieder. Zu den Gottesdiensten kommen jedoch schon jetzt bis zu 120 Besucher, die sich geistlich in der Landeskirche nicht mehr heimisch fühlen. Andernorts ist es ähnlich. In Lahr kommen sogar Flüchtlinge aus dem Iran und Pakistan. Der Gottesdienstraum im alten AB-Vereinshaus ist dafür viel zu klein. Die Friedenskirche bietet jetzt Platz für 240 Besucher. Die Kirchengemeinde Lahr verkauft, weil sie über zu viele Gebäude verfügt und sie finanziell nicht mehr tragen kann. Der durch die badische Erweckungsbewegung um Pfarrer Aloys Henhöfer (1789–1862) im Jahr 1849 entstandene Evangelische Gemeinschaftsverband AB ist mit 180 Gemeinschaften, 15 Gemeinden und 120 Hauskreisen der älteste pietistische Gemeinschaftsverband im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden. Er erreicht rund 4.500 Menschen. (MK - 28. Juli 2017)

hh-Nachrichten mit Bildern vom Juni und Juli 2017:
http://www.cbb-baden.de/pdf/HH-WebNews_Juni-Juli17.pdf

Aug./Sept.-Ausgabe 2017 unserer Zeitschrift „hoffen + handeln“:
http://www.cbb-baden.de/pdf/hh_AugSept-2017.pdf



DMG-Jugendevent: Wir brauchen im Lutherjahr 2017 eine „Revolution der Herzen“!
SINSHEIM. Von Deutschland aus muss im Jahr des Lutherjubiläums eine neue Reformation ausgehen, die wie vor 500 Jahren erneut die gesamte Welt durchdringt und verändert. Diesen Wunsch, diese Überzeugung äußerte der junge Theologe Timo Goseberg vom christlichen Missions- und Hilfswerk DMG in Sinsheim bei Heidelberg. Goseberg erklärte beim „JuMi 2017“, dem Jugend-Missions-Event der DMG und des Theologischen Seminars Adelshofen (TSA) auf dem Buchenauerhof bei Sinsheim: „Unsere Welt braucht eine grundlegende Erneuerung, eine Revolution der Herzen, durch die der einzelne Mensch und die ganze Gesellschaft verändert werden.“ Bei dieser „Revolution der Liebe Gottes“ müsse der auferstandene Christus wieder im Zentrum der Verkündigung stehen und seine Botschaft vom Heil allein durch ihn, dem „Solus Christus“, wies es Martin Luther gepredigt hat. Solch eine Neureformation gehe allein aus von vielen einzelnen, die ihre Herzen von Christus erneuern lassen und seine Liebe in die Welt hinaustragen. Goseberg vor den mehr als 500 jungen Christen. „Ich wünsche mir Christen, die Gottes Liebe wirklich leben! Kirchen, die wieder Jesus alleine als Fundament haben. Eine Gesellschaft, die tief vom Evangelium durchdrungen wird.“ Wenn dies geschehe, habe das Lutherjahr seinen Sinn erreicht. Solche „Revolution der Herzen“ verändere die Welt. Christen müssten durch Taten der Liebe zeigen, wie die neue Welt aussieht, die Gott will. Dann werde auch Friede möglich, wo heute Terror und Krieg herrschten, kaputte Familien erlebten Heilung, Menschenhandel, soziale Ungerechtigkeit und Armut würden bekämpft. Viele Christen und ganze Gemeinden bräuchten eine neue Ausrichtung ihres Lebens auf Jesus Christus, unterstich auch der DMG-Medienbeauftragte Theo Volland und verwies darauf, dass beim JuMi 2017 viele junge Leuten bekannt hätten, was ihnen der reformatorische Glaube bedeutet. Luther-Imitator Michael Spieth trat auf und verschenkte Lutherrosen für richtige Antworten auf seine Fragen. Luthers markige Sprüche kamen bei dem Jugendevent gut an. Musikalisch begeisterte eine Gruppe aus Düsseldorf mit Power-Worship und sanften Balladen. Noch bis in die Nacht erklangen christliche Songs am Lagerfeuer, an dem sich die Teilnehmer bei Stockbrot über den Tag und ihr Erfahrungen im Christsein austauschten. Rund 35 junge Leute wurden zu einem DMG-Kurzzeiteinsatz motiviert und stellten sich vor. In Gruppen (s. Foto), je nach Kontinent, wurden sie für ihren Jahreseinsatz mit Gottes Segen ausgesandt. Viele der Kurzzeitmissionare wollen nach dem Abitur bzw. vor dem Studium und ihrer Ausbildung einen Jahreseinsatz im Ausland absolvieren. Bei der Kollekte im Jugendgottesdienst kamen 1.080 Eure für diese Freiwilligen zusammen. (MK - 28. Juli 2017)


Bad. Landeskirche wirbt in ihren Kitas mit dem Grünen Küken für eine bessere Welt
KARLSRUHE Es ist klein, süß und flauschig: das grüne Küken. Die Handpuppe mit den großen schwarzen Augen und dem gelben Schnabel will Kinder für die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit begeistern. Das Projekt wurde gemeinsam von der badischen Landeskirche und der Dt. Bundesstiftung Umwelt (DBU) entwickelt und soll das Thema nachhaltige Kleinkindpädagogik bundesweit in Kindertagesstätten bringen. Es wurde am 21. Juni in Karlsruhe vorgestellt. Wenn Kinder zu Hause und in der Kita dann plötzlich „Energie-Polizei“ spielen, fremden Müll von der Straße aufsammeln und die Eltern aufgefordert werden, mehr Rad zu fahren, dann werde damit das Projektziel erreicht, so die Initiatoren. Mit dem Küken hat das landeskirchliche Umweltmanagement „Grüner Gockel“ Nachwuchs bekommen, sagte der Direktor des Religionspädagogischen Instituts der badischen Landeskirche, Pfarrer Dr. Uwe Hauser. Ziel sei es, kindgerechte Impulse für eine bessere Welt zu geben, geprägt von einer wertschätzenden Haltung gegenüber Mensch, Gesellschaft und Natur.

Kommentar: Auf der Homepage der badische Landeskirche (www.ekiba.de) wird engagiert für das Grüne Küken geworben. Mit viel Engagement wurde dafür ein Programm ausgearbeitet und erprobt. In solchen Fragen ist unsere grüne Kirche sehr schnell bei der Sache. Was nicht mehr erstaunt: Ein christlicher Bezug ist in dem Programm nicht zu finden. Selbst nicht die Bewahrung der Schöpfung. Aber auch sie ist ohne Hinweis auf die Verantwortung vor Gott, unserem Schöpfer und Herrn, viel zu vage. Dass Gott nicht vorkommt, ist gewollt. Die moderne „grüne Landeskirche“ in Baden hat sich von der Bibel und Jesus als dem Sohn Gottes, vom alleinigen Heil durch ihn, verabschiedet. Die „bessere Welt“ kommt für viele Amtsträger heute durch „grüne Politik“. Auch will man religionsunabhängig wirken und lässt das Christliche bewusst weg. Traurig: man hat den Islam mehr im Blick als die Bibel. Es wäre erfreulich, wenn man angesichts rapide sinkender Gottesdienstbesucher, wachsender Abkehr von Kirche und Glauben mit entsprechenden Programmen auch so schnell handeln würde – mit werbenden Programmen, die einladend die Liebe Gottes näherbringen, den Zuspruch und Trost des Evangeliums für die vielen Menschen unserer Zeit, die mit Frust und Überlastung leben müssen, in kaputten Verhältnissen und ohne Perspektive. Liebe Landeskirche, wo zeigt sich dein evangelisches Profil? Grüne Politik gibt es genug, weithin leider recht antichristlich und ideologisch, wenig kirchenfreundlich, kämpferisch-aggressiv gegen die Schöpfungsordnungen Gottes und seine Gebote. (MK/epd - 24. Juni 2017)


Reformationstag mit Abschlussfeier des 47. Studienjahrs der STH Basel
BASEL. Die Abschlussfeier des Studienjahres der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) Basel war dieses Jahr der Reformation vor 500 Jahren gewidmet. Die Professoren der bibeltreuen Hochschule (www.sthbasel.ch) erinnerten an das Erbe von Martin Luther. Es gehe nicht darum, Asche zu bewahren, sondern die Glut neu zu entfachen, hieß es. Der emeritierte STH-Professor Sierszyn bedauerte, dass die heutige Pfarrschaft geistlich so „ermattet“ sei, die Kirche kaum noch ein lebendiges Christus-Zeugnis gebe. Den brennenden Fragen der Gegenwart stehe sie deshalb hilflos gegenüber. Sierszyn befürchten in der Folge auch den Niedergang der Staaten Europas. „Erst stirbt die Kirche, dann stirbt das Land“, prognostizierte der erfahrene Theologe. Professor Harald Seubert entfaltete die lutherische Zwei-Reiche-Lehre. Es gelte, im Sinne Bonhoeffers das Letzte und das Vorletzte, das Reich Gottes und die Reiche dieser Welt zu unterscheiden. STH-Rektor Prof. Jacob Thiessen erinnerte daran, dass die Reformatoren die Erneuerung des Glaubens aus dem Wort Gottes und der Predigt erwartetet haben. Bereits für Paulus, so Thiessen, sei das Wort Gottes die Grundlage für einen gesunden Glauben gewesen - einen Glauben, „der weder durch übertriebene Festlegungen noch durch Nachlässigkeit von der Bibel abweicht“. Die Pausen boten Gelegenheit, sich auszutauschen und über die Vorträge zu diskutieren. (MK - 19. Juni 2017)


Karmelmission: Luther hat Wesen und Ziele des Islam klar erkannt
STUTTGART. Das weltweite Erstarken des Islam hat katastrophale Folgen für die christlichen Minderheiten in den islamischen Ländern, sagte der Leiter der Karmelmission, Martin Landmesser, beim Jahresfest des Werkes vor rund 1.000 Teilnehmern in Schorndorf bei Stuttgart. Niemand werde von den Muslimen so gehasst wie die Christen. Deren „unverzeihliches Verbrechen“ sei, dass sie Mohammed als Nachfolger des islamischen Jesus (Isa) ablehnten. Der durch den Koran vorgeschriebene Hass gegen Christen animiere Muslime dazu, sie zu unterdrücken. „Der Islam ist seit seiner Entstehung eine Religion mit Anspruch auf die Weltherrschaft“, so Landmesser. Ihm zufolge werden islamische Parteien, die ihre Länder noch gründlicher nach dem islamischen Religionsgesetz – der Scharia – gestalten wollen, von Indonesien bis Marokko stärker. Mitarbeiter aus dem Nahen Osten berichteten, wie die Christen seit 2003 im Irak und 2011 in Syrien systematisch ausgelöscht würden. In Ägypten drohe einer der ältesten orientalischen Kirchen ein ähnliches Schicksal. Terrorgruppen töteten gezielt Kopten und zerstörten ihre Kirchen.

Landmesser kritisierte, dass Luthers „klare und biblische Beurteilung des Islams“ seitens der Ev. Kirche (EKD) als „Dialog-Hindernis“ abgelehnt werde. Der Reformator habe drei Wochen vor seinem Tod darauf hingewiesen, dass der christliche Glaube der einzig richtige Glaube sei. Die Leugnung der Gottessohnschaft Jesu und seines Kreuzestodes im Islam sei für den Reformator entscheidend für seine Ablehnung gewesen. Kritik übte der Missionsleiter auch am EKD-Impulspapier „Reformation und Islam“, in dem die Aussagen Luthers zum Islam als „polemisch“, „einseitig“, „holzschnittartig“ und „nicht passend zu gegenwärtigen dialogischen Ansätzen“ bezeichnet werden. Landmesser: „Der EKD zufolge darf der Islam weder abgewertet noch für ‚unwahr‘ erklärt werden.“ Damit ersetze sie den reformatorischen Grundsatz „Solus Christus“ (Allein durch Christus) durch „Solus Dialogus“ (Allein durch Dialog). Theologisch wahr sei also letztlich nur das, was allein dem Dialog diene. Landmesser verteidigte die Aussagen Luthers zum Islam: Bereits vor 500 Jahren sei er „eine politische und theologische Herausforderung für Europa gewesen“. Die Weitergabe der christlichen Botschaft ist für ihn nicht nur die beste Antwort auf den Islam, sondern auch der nachhaltigste Friedensbeitrag.

Empfehlenswert ist das hochinteressante Taschenbuch von Landmesser mit dem Titel „Islam und Muslime aus der Sicht Martin Luthers“ (ISBN 3-9812279-8-7, Preis: 9,95 Euro), das auch im SCM-Shop erhältlich ist (www.scm-shop.de/islam-und-muslime-aus-der-sicht-martin-luthers.html). Luther war einer der besten Kenner des Islam und der erste christliche Theologe in Europa, der das „gemeine Volk“ in einer verständlichen Sprache über die Muslime und ihren Glauben aufklärte. Zum Lutherjahr bietet dieses Paperback zentrale Auszüge aus Luthers „Türkenschriften“ mit seinen scharfsinnigen Urteilen über das Wesen des Islam. (MK/idea - 28. Juni 2017)




1.300 Besucher beim „Luthertag“: Luthers Kritik trifft aktuell den Zeitgeist-Glauben
BAD LIEBENZELL. Die Kritik Martin Luthers an der Frömmigkeit seiner Zeit ist hochaktuell, erklärte der Neutestamentler und Rektor der Int. Hochschule Liebenzell, Prof. Volker Gäckle am Pfingstmontag beim „Luthertag“ in Bad Liebenzell vor rund 1.300 Besuchern. „Menschen glauben heute zwar nicht einfach, was die Kirche glaubt. Aber wir haben heute einen Zeitgeist-Glauben, der das glaubt, was die veröffentlichte Meinung sagt“, betonte Gäckle bei dem Tag unter dem Motto „Hier steh ich nun – und kann auch anders“ und erinnerte an den Hintergrund der Reformation: Auf der einen Seite eine Kirche mit Machtfülle, die festlegte, was der richtige Glaube ist. Auf der anderen Seite war eine Bevölkerung, die in riesiger Mehrheit keinen Zugang zu Bildung und damit auch keine Chance hatte, einen eigenen Blick auf die christliche Botschaft zu bekommen. Gäckle: Luther ist einer der wenigen gewesen, der die Bibel in ihren Originalsprachen studieren und eine eigene Sichtweise bekommen konnte. Neu sei gewesen, dass es jemand durchzog, seine eigene Sicht beizubehalten. Zentrale Botschaft bei Luther sei, dass der Mensch aus Gnade von Gott angenommen ist, nicht aufgrund eigener Leistungen. Demgegenüber sei das moderne Freiheitsverständnis von einem gewaltigen Missverständnis geprägt. Freiheit würde so verstanden, man könne tun, was man will. Doch trotz des noch nie da gewesenen individuellen Gestaltungsfreiraums gelinge es immer seltener, auf diesem Freiheitstrip tragfähige Beziehungen aufzubauen, so der Theologe. Aus biblisch-reformatorischer Sicht seien Freiheit und Bindung keine Gegensätze. Gäckle: Wir sind immer nur so frei, wie wir uns aus freien Stücken an Gottes Wort binden. Daraus erwachse „Freiheit zum Reden, Beten und Dienen“. Ein Kinderchor führte das Luther-Musical „Mönsch Martin“ auf, das bereits im April im Kurhaus das Publikum begeisterte. Eine Luther-Ausstellung zeigte Hintergründe der Reformation und ihren heutigen Bezug auf. Das Foto zeigt den badischen Theologen Andreas Brecht aus Kraichtal-Unteröwisheim bei Bruchsal in der Rolle des Martin Luther. (Martin Kugele - 6. Juni 2017)




Reformationsvortrag von Pfarrer Dr. Otto Hahn im Melanchthonhaus in Bretten
Luthers Botschaft spiegelt sich verständlich in seinen Liedern
BRETTEN. Verse aus Lutherchorälen, von den Besuchern eines Reformationsvortrages in der altehrwürdigen Gedächtnishalle des Melanchthonhauses Bretten mit Klavierbegleitung teilweise auch gesungen, verdeutlichten am 9. Mai 2017 den erhellenden Vortrag von Pfarrer Dr. Otto Hahn (Eppingen-Adelshofen) über „Die Wiederentdeckung des Evangeliums durch Martin Luther und deren Resonanz in seinen Liedern“. Der Kirchenhistoriker ermutigte die Protestanten, ein lebendiges Zeugnis des evangelischen Glaubens in der Melanchthonstadt zu sein. Es genüge nicht, sich über brillante Reformatoren wie Luther und Melanchthon zu freuen, ihr Wirken festlich zu rühmen, die Inhalte ihrer Botschaft aber in Regalen verstauben zu lassen oder unter Glas zu sichern, statt sie dem modernen Menschen bekannt zu machen und die Christen einzuladen, im Alltag danach zu leben. Hahn wies darauf hin, dass Luther mit seinen Chorälen ergänzend zu seinen Schriften und wissenschaftlichen Werken den jungen evangelischen Gemeinden seiner Zeit das Evangelium prägnant und verständlich vermitteln wollte. Die Lutherlieder zum Vortrag hinterließen auch bei den Besuchern in Bretten einen nachhaltigen Eindruck und erschlossen zentrale Erkenntnisse des Reformators. Hahns Referat war sachlich und wissenschaftlich begründet mit historischen Fakten. Doch er präsentierte nicht abgehoben trockene Historie, sondern ließ durch sein Eintreten für die Texte durchblicken, dass sein Herz für Luthers kernige Choräle schlug, in denen aus seiner Sicht das biblische Evangelium klar entfaltet wurde. Mit seiner herzlichen Ausstrahlung gewann Hahn auch Herzen in der Gedächtnishalle, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Den Lutherliedern mit ihrem frohen Klang konnte sich wohl kein Besucher dieses Abends verschließen. Ihre Einladung zum lebendigen Glauben an Christus drang bis hinaus in die nächtliche Melanchthonstadt. Luthers Glaubensfreude habe sich im Alltag ausgewirkt, betonte Hahn. Sein Bekenntnis „Das Evangelium ist eine gute Botschaft, davon man singet, saget und fröhlich ist“ habe sich bis hin zu seinen geselligen Tischrunden mit Essen und Trinken gezeigt. Hahn sprach auf Einladung der Christusgemeinde Bretten (AB-Verband) in der Reihe der Vortragsabende der Evangelischen Allianz Bretten zum Reformationsjubiläum. Dass sein Thema interessierte und ankam, zeigten nicht nur der gute Besuch, sondern auch zahlreiche Gespräche hinterher, zu denen Getränke und Snacks angeboten wurden. (Martin Kugele - 16. Mai 2017)


Jubiläumsfeier: 35 Jahre „Friedrich-Hauß-Studienzentrum“ in Schriesheim
SCHRIESHEIM. Am Samstag, 24. Juni, feiert um 14 Uhr unser „Friedrich-Hauß-Studienzentrum“ (FHSZ) in Schriesheim (bei Heidelberg) sein 35-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest im Ev. Gemeindehaus Schriesheim, Kirchstraße 3. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Peter Zimmerling (Leipzig) zum Thema „Gott ist einsam geworden. Es gibt keine Sünder mehr. – Wie können wir im Reformationsjahr 2017 noch von Sünde und Vergebung reden?“ Danach ist ein buntes Programm. Parkplätze sind auf dem nahen Festplatz. Um 18 Uhr beginnt das Sommerfest im Innenhof des FHSZ (www.fhsz.de). Der Jubiläumsgottesdienst „35 Jahre FHSZ“ mit Predigt von FHSZ-Studienleiter Pfr. Udo Zansinger ist am Sonntag, 25. Juni, um 10.30 Uhr in der Schriesheimer Kirche. Unsere Freunde und Förderer sowie interessierte Gäste sind herzlich eingeladen und willkommen. (Martin Kugele - 16. Mai 2017)


Bekenntnisbewegung lädt ein zu einer Tagung mit Pfarrer Thomas Hilsberg nach Kassel
BRETTEN. Am 23./24. September ist eine Tagung der bundesweiten Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ mit CBB-Pfarrer Thomas Hilsberg in Kassel zum Thema „Einer für alle: Christus allein - Die reformatorischen ALLEIN“ im Gemeindezentrum der Evangelisch-Lutherischen St. Michaelskirche (www.selkkassel.de, Tischbeinstraße 69–73, 34121 Kassel. Im Gedenkjahr „500 Jahre Reformation“ will die Bekenntnisbewegung zentrale Erkenntnisse Luthers neu zur Sprache bringen, vor allem die Besinnung auf seine vier Säulen (Sola), das vierfache „Allein“. Dazu lädt sie Pfarrer/innen, Mitarbeiter/innen aus Gemeinden und interessierte Gemeindeglieder zu einem Studientag ein. Programm: Samstag von 11.30 Uhr bis 15.30 Uhr das Thema „Einer für alle: Christus allein!“: A) Wissen was zählt: Die Schrift genügt! B) Alles geschenkt: Die Gnade genügt! C) Worauf du dich verlassen kannst: Der Glaube genügt! Sonntag um 11 Uhr ein Bekenntnisgottesdienst mit Predigt von Pfarrer Johannes Frey, Vorsitzender der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. Weitere Infos in der Geschäftsstelle bei Walter Rominger, Mehlbaumstraße 148, 72458 Albstadt, E-Mail: w.rominger@t-online.de, Telefon 07431 74485. Internet: www.keinanderesevangelium.de. Anreise: Bahnstation ist Kassel-Wilhelmshöhe, Intercity-Bahnhof. Der Tagungsort ist mit der Straßenbahn (Linie 1 oder 3) zu erreichen. (Martin Kugele - 31. Mai 2017)


Evangelistische Mitmach-Kampagne zum Reformationsjubiläum
BRETTEN. Mit einer evangelistischen Kampagne unter dem Motto „Luther ist tot – die Botschaft lebt“ beteiligt sich die Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach (Bergneustadt) am 500-jährigen Reformationsjubiläum. Ganz Deutschland spreche von Martin Luther (1483–1546) sowie den gesellschaftlichen und politischen Folgen der Reformation, doch dabei gehe die Botschaft, die Luther am Herzen gelegen habe, beinahe unter. Sie laute: „Der sündige Mensch wird allein aus Gnade durch den Glauben an Jesus Christus vor Gott gerecht.“ Diese biblische Botschaft sei viel bedeutender als die Person Luthers, auch wenn er Großes geleistet habe. Deshalb sei das Ziel der Kampagne, „dass möglichst viele Menschen das Evangelium von der rettenden Gnade Gottes erfahren und annehmen“. Das Missionswerk hat dazu die Internetseite www.diebotschaftlebt.de und Verteilschriften erstellt, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Darunter ist eine Broschüre mit dem Titel „Martin Luther und die mächtigste Botschaft der Welt“. In weiteren Publikationen wird die Bibel vorgestellt. Wie mitteilt wurde, habe man bereits über 400.000 Faltblätter, Broschüren und kleine Geschenke verbreitet. Im September sind evangelistische Einsätze in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt am Main, München, Chemnitz, Zürich und Wien geplant mit Umfragen unter Passanten, was sie von Luthers Botschaft wissen. Ziel sei es, mit ihnen über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. Das Missionswerk ruft christliche Gemeinden und Gruppen auf, in ihren Orten eigene Aktionen zu organisieren und dazu die Verteilschriften zu nutzen. Man hofft, dass evangelistische Einsätze in 50 weiteren Städten durchgeführt werden können. (Martin Kugele - 31. Mai 2017)




Will die badische Synode die Gewissensfreiheit und das Kanzelrecht einschränken?
BAD HERRENALB. Mit Beschlüssen zu kirchlichen Kindertageseinrichtungen, einem eindringlichen Friedens-Appell und einer Erklärung gegen Rechtspopulismus ist die Frühjahrstagung der badischen Landessynode am 29. April in Bad Herrenalb zu Ende gegangen. Die Gemeinden im Land nahmen kaum Notiz davon. Dass der Synode die Tagespolitik wichtiger ist als der geistliche Zustand der Landeskirche, etwa der dramatische Rückgang der Gottesdienstbesucher vielerorts, die Abwanderung in Freikirchen und freie Gemeinden - daran scheint man sich in Baden gewöhnt zu haben. Weil Briefe an die Kirchenleitung auf Granit stießen, erfolgt der stille Exodus. Da nützt es auch nichts, dass man erkannte, dass die christliche Sozialisation in vielen Familien nicht mehr stattfindet, dass die evangelischen Kindergärten mehr christliches Profil brauchen. Zum letzteren ist zu fragen: Warum wurden Erzieherinnen in den kirchlichen Kindergärten zur Vermittlung des Glaubens bislang kaum zugerüstet? Warum spielte bei Personaleinstellungen die christliche Prägung keine zentrale Rolle? Die Synode stellte fest, dass viele Erzieherinnen in evangelischen Kitas aus staatlichen Einrichtungen kommen. In Baden gibt es derzeit 635 Kitas mit 40.000 Kindern in evangelischer Trägerschaft. Dass hier Kinder biblisch-christlich erzogen werden sollen, war bislang leider nur schwach im Fokus. Dass es auch anderes gibt, zeigen Gemeinden und Pfarrer, die sich hier aufwändig mühen.

Mit Spannung erwartet wurde die neue Lebensordnung zur rechtlichen Umsetzung von Traugottesdiensten anlässlich der Begründung einer Lebenspartnerschaft. Die Synodalen hatten ja im letzten Jahr der Trauung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften zugestimmt. Dabei wurde festgehalten, dass die geltende Lebensordnung „Ehe und Trauung“ zeitnah überarbeitet wird, um die neuen Regelungen einzuarbeiten. Inzwischen zeigte sich, dass dieser Prozess der Überarbeitung vermutlich einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird. Aus diesem Grund hat man sich dafür entschieden, für die Zeit bis zum Inkrafttreten der überarbeiteten Lebensordnung ein Übergangsgesetz zu verabschieden. Für erregte Diskussionen sorgte dabei der Änderungsantrag einer Gruppe von Synodalen, die das Thema „Gleichstellung“ stärker im Gesetz haben wollte. Intensiv diskutiert wurde auch der Vorschlag in diesem Änderungsantrag, das Recht von Pfarrerinnen und Pfarrern, eine solche Trauung aus Gewissensgründen abzulehnen, nach einigen Jahren neu zu überdenken. Gleichzeitig sollte im Gesetz ausdrücklich das Recht verankert werden, dass homosexuelle Paare das Recht haben, in ihrer Heimatkirche getraut zu werden. Diesem Antrag schlossen sich die Ausschüsse mehrheitlich jedoch nicht an. Es kam zu dem Beschluss, dass der Oberkirchenrat spätestens in drei Jahren einen Bericht vorlegt, in dem die Traupraxis solcher Partnerschaften dokumentiert.

Mit knapper Mehrheit wurde der begleitende Beschluss angenommen, das Kanzelrecht neu zu überdenken. Hat in der Frage solcher Trauungen, der Ortspfarrer und der Kirchengemeinderat das Recht, die Kirche zu verwehren? Oder entscheidet hier allein die Landessynode? Steht sie über der Ortsgemeinde? Zwei Rechtsgüter stehen einander gegenüber: Das Kanzelrecht des Ortspfarrers und das Recht der Landessynode, gottesdienstliche Ordnungen festzulegen. Erschreckend: Eine knappe Mehrheit der Synodalen will, dass die Ablehnung von Pfarrern und Gemeinden gegenüber solchen Trauungen künftig nicht mehr unter den Gewissensschutz fallen soll. Betroffen fragten sich bekenntnistreue Gemeinden: Will die Landeskirche im Jahr des Reformationsjubiläums die Gewissensfreiheit in der Kirche abzuschaffen? Sollen Pfarrer und Gemeinden in Baden bald entmündigt werden? Weg von der reformatorischen Bindung an die Bibel und die Bekenntnisschriften (Grundlagen der Landeskirche) hin zu einer Obrigkeitskirche, die vorgibt, was Gemeinden und Amtsträger zu tun haben?

Im Synodalbeschluss von 2016 war zur Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften noch formuliert worden: Die Synode „weiß um bestehende theologische Differenzen, verschweigt diese nicht und führt im Geist der Geschwisterlichkeit, der Liebe und der gegenseitigen Wertschätzung das gemeinsame Gespräch fort.“ Gilt das nicht mehr? Man darf gespannt sein, wie sich der Prozess der Überarbeitung der neuen Lebensordnung entwickeln wird. Große Sorge erfüllt viele Gemeinden mit biblisch-geistlichem Gemeindeaufbau. Die bekenntnistreuen Pfarrer/innen, Kirchenältesten und Gemeinden brauchen Fürbitte. Schon jetzt zeichnet sich auch ab, dass bei Gesprächen im Blick auf eine Übernahme von Theologiestudenten in den Kirchendienst solche Kandidaten keine Chance haben, die hier eine andere theologische Sicht vertreten. Biblisch-reformatorisch gesinnte Theologiestudenten sind auch weithin nicht mehr an der badischen Landeskirche interessiert und streben Aufgaben in freien Gemeinden bzw. landeskirchliche Gemeinschaften an, zeigte eine Befragen von Theologiestudierenden im Friedrich-Hauß-Studienzentrum in Schriesheim bei Heidelberg. Dass diese kein Interesse am Dienst in solch einer Kirche zeigen, scheint keine Trauer auszulösen. Die Beratungen der Frühjahrssynode zum Reformationsjubiläum führten zu keinem tieferen Nachdenken oder gar Umdenken. Wohltönend wurden die reformatorischen Impulse für die kirchlichen Herausforderungen der Gegenwart“ gelobt, ohne zu sagen, was dies konkret bedeutet. (MK/CBB/NeCiB/EPD - 6. Mai 2017)


Viele Pfarrer hat er geistlich geprägt: Prof. Manfred Seitz in die Ewigkeit abgerufen
HEIDELBERG. Im hohen Alter von 88 Jahren ist der bekannte lutherische Theologe, Prof. Manfred Seitz (Erlangen), Ende April in die Ewigkeit abgerufen worden. Er war von 1972 bis zu seiner Emeritierung 1994 Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät Erlangen-Nürnberg. Mit seinen Ausführungen zu Seelsorge, Gottesdienst und geistlichem Gemeindeaufbau prägte Seitz viele Pfarrer. In einer Würdigung des Fachbereichs Theologie der Universität Erlangen-Nürnberg bei seinem 80. Geburtstag hieß es, Seitz habe sich vielen Universitätsangehörigen tief eingeprägt als Prediger und als persönlicher Seelsorger bis hin zur Sterbebegleitung. Sein Schüler Peter Hahne würdigte Seitz als „unbeugsamen, sensiblen und feinen Gelehrten“, der mit aller Kraft „dem 68er-Studentenmob“ in Heidelberg entgegengetreten sei, vor dem er – psychisch schwer angeschlagen – nach Erlangen entflohen sei. Hahne: „Unvergessen, wie er an den Altar der Universitätskirche trat, die Kerzen ausblies, nachdem das Studentenpack daran uriniert hatte und mit seiner leisen Stimme sagte: ‚Wenn Gott geleugnet wird, ist der Gottesdienst zu Ende’.“ (nach idea - 6. Mai 2017)




AB-Verband intensiviert den Auf- und Ausbau von eigenständigen Personalgemeinden
LANGENSTEINBACH. Der reformatorische Grundsatz „Allein die Bibel“ muss auch heute in den Kirchen und Gemeinden einen zentralen Platz haben, forderte der langjährige ProChrist-Pfarrer Ulrich Parzany (rechts im Bild) beim Gemeinschaftstag 2017 des badischen Gemeinschaftsverbandes AB (AB steht für das lutherische Augsburger Bekenntnis von 1530) am 1. Mai im AB-Bibelheim in Langensteinbach bei Karlsruhe. Wenn die Bibel nur als Sammlung religiöser Meinungen aus alten Zeiten betrachtet werde, habe sie für die Gegenwart keine verbindliche Geltung mehr. Die Heilige Schrift verstehe sich jedoch als Dokument des Redens und Handelns Gottes, stellte Parzany klar. Darum sei sie „Maßstab für den Glauben und das Leben der Christen“. Der Ablehnung der Bibel als Gottes Wort sollten Christen „mit dem fröhlichen Bekenntnis ihres Glaubens“ begegnen, ermutigte der Theologe die badischen Pietisten. Tägliches Bibelstudium gebe Orientierung im Nebel des Zeitgeistes. Tägliches Gebet entlaste aus Ängsten und Sorgen. Aus der Gemeinschaft mit Gott erwachse Kraft für die Herausforderungen des Alltags. AB-Vorsitzender Achim Kellenberger (links im Bild) teilte den 600 Besuchern mit, dass der AB-Verband seine Gemeindearbeit intensiviere und für die Beratung der AB-Gemeinden zwei Pastoren teilzeitlich freigestellt hat. Immer mehr Theologen würden sich um eine Anstellung im AB-Verband bewerben, weil er für eine „eine bibeltreue Verkündigung und Gemeindearbeit“ stehe. Der durch die Erweckungsbewegung um Pfarrer Aloys Henhöfer (1789–1862) im Jahr 1849 entstandene Gemeinschaftsverband AB will mit zeitgemäßen Formen das Evangelium zu den Menschen bringen, betonte Kellenberger. (Martin Kugele - 2. Mai 2017)


Durch christliche Kunst den modernen Menschen ganzheitlich ansprechen
MOSBACH. Mehr als 70 Künstler zog das christliche Kunstforum vom 28. April bis 1. Mai in Mosbach bei Heidelberg an. OM Deutschland führte es zum sechsten Mal durch. Künstler aus den Bereichen der bildenden Kunst, Tanz, Musik, Poetry, Fotografie und weiteren Richtungen nahmen daran teil. Zu den Vorträgen über „Kunst, Gemeinde und Mission“ gehörten praktische Workshops und Raum für Austausch und Begegnung, für das Schaffen und Präsentieren. „Es war ein sehr kreatives Wochenende, auch um Neues auszuprobieren“, berichtete Daniel Johansson von OM Arts in Deutschland. „Wir wurden eingeladen, durch Kunst und Kreativität die Schönheit Gottes in unsere kaputte Welt zu bringen, auf diese Weise die Menschen ganzheitlich mit dem Evangelium anzusprechen“, so Johansson, der mit einem Künstlerteam aus verschiedenen Gemeinden in Deutschland das Programm gestaltete. Erfahrene Künstlerinnen und Künstler boten Workshops an in den Bereichen Malerei, Mixed Media Cold Wax, Poetry, Collagen, Tanz und Fotografie. Einige zogen an einem Nachmittag in einem Park der Stadt Mosbach und malten gemeinsam mit Flüchtlingen dort Bilder. Damit wurde der Alltag dieser Menschen etwas bunter. In den Foren berichteten Künstler, wie durch die OM-Foren gute Beziehungen und Kooperationen untereinander entstanden sind. Der Austausch von Erfahrungen und Techniken sowie gegenseitige Wertschätzung fördere die Gemeinschaft christlicher Künstler aus allen Sparten. Einige erklärten, man wolle sich von Gott leiten lassen, sich gegenseitig ermutigen und helfen, um diese Welt mit Gottes Liebe zu durchdringen. Auch wolle das OM-Kunstforum christliche Gemeinden inspirieren, der Kunst mehr Freiraum zu geben und sie in die Gemeindearbeit einzubinden, mit ihr Orte der Anbetung und des missionarischen Zeugnisses zu schaffen. (Martin Kugele - 2. Mai 2017)


Erhellendes kleines Paperback über den „Islam aus der Sicht Martin Luthers“
Von Martin Landmesser, dem Leiter der Ev. Karmelmission, erschien als Herausgeber im Verlag SCM R.Brockhaus im April 2017 das wegweisende Buch „Islam und Muslime aus der Sicht Martin Luthers“. Es ist ein Paperback mit 64 Seiten (11 x 18 cm, ISBN 3-9812279-8-7) und im Buchhandel erhältlich zum Preis von 9,95 Euro. Mit vielen Zitaten und Belegen wird hier nachgewiesen, dass Martin Luther einer der besten Kenner des Islam seiner Zeit war und der erste christliche Theologe in Europa, der das „gemeine Volk“ in einer verständlichen Sprache über die Muslime und ihren Glauben aufgeklärt hat. Aufgezeigt wird, dass es Luther nicht um billige Polemik ging, sondern um eine sachliche und biblisch begründete Analyse des Islam. Leser sagen: Dieses Buch öffnet Augen und widerlegt Theologen der Neuzeit, die Luther eine Unkenntnis des Islam unterstellen und ihn in eine Schmuddelecke stellen wollen. In der Kirche Martin Luthers sind heute wohl kaum noch Verantwortliche, die es wagen, den Islam so zu nennen, wie Luther ihn folgerichtig nannte: ein „Reich, dessen Wesen und Entstehen ganz allein durch den Kampf gegen Christus und seine Heiligen bestimmt“ ist. Anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation in diesem Jahr ist dieses kleine Buch mit Luthers Darstellung des Islam in seinen wichtigsten „Türkenschriften“ eine Fundgrube für treue Lutheraner. Die scharfsinnigen Urteile des Reformators über das Wesen des Islam sind im Nebel des Zeitgeistes heute wertvoller und aktueller denn je. (MK - 2. Mai 2017)
Link zum Buch: www.scm-shop.de/islam-und-muslime-aus-der-sicht-martin-luthers.html







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